Welt-Klimakonferenz

650 Gäste kamen zur Urauf- führung der Welt-Klimakonferenz im Deutschen SchauSpielHaus in Hamburg. Ein Erlebnisbericht von Max Casdorff

Ihr seid Nigeria! So begann der Premierenabend am vergangenen Freitag im Deutschen Schauspielhaus Hamburg.

Im Foyer übereichte uns ein Mitarbeiter des Schauspielhauses eine kleine Broschüre mit Informationen über das Land, das wir in den kommenden drei Stunden vertreten sollten. Nigeria: Ein 923.768 km² großer Staat an der westafrikanischen Küste mit wirtschaftlichem Schwerpunkt in der Landwirtschaft, 2,8 Tonnen CO2 Ausstoß pro Einwohner, insgesamt 496,13 Megatonnen. Auf der letzten Seite der Broschüre fanden wir einen Abstimmzettel in den wir CO2 Einsparung bis 2020 und 2050 eintragen sollen. 

Von dort aus ging es in den Theatersaal, wo wir an unseren Plätzen auch das dritte Mitglied unserer Delegation, einen Schüler der Goetheschule Hamburg, kennen lernten. Auch alle anderen Besucher der Vorstellung wurden, genau wie wir, in kleinen Gruppen einem Land zugewiesen. Insgesamt sind so rund 180 Nationen an diesem Abend im Theatersaal vertreten.

Bei der Begrüßung durch den Konferenzleiter Dr. Florian Rauser, Physiker und ehemals Klimaexperte am Max-Planck-Institut, wird uns klargemacht, dass wir heute Abend eine Aufgabe haben: Die simulierte FCCC Welt-Klimakonferenz innerhalb der nächsten drei Stunden zu einem positiven Ergebnis zu bringen. Eine gewaltige Aufgabe, bedenkt man, dass die richtige UN-Klimakonferenz kommende Woche in Lima 5 Tage dauert. 

Die Welt-Klimakonferenz in drei Stunden

Ein ambitioniertes Vorhaben der Theatermacher Rimini Protokoll, denn das partizipative Theaterstück findet nicht nur auf der Bühne statt. Die Zuschauerinnen und Zuschauer werden zu Akteuren und durchlaufen in ihrer Rolle als Delegierte verschiedene Stationen, die im gesamten Schauspielhaus und außerhalb verteilt sind.

So geht es gnadenlos getaktet für die nächsten Stunden zu verschiedenen Stationen, an denen wir von echten Experten lernen, wie sich der Klimawandel auf unser Land auswirkt, welche bevölkerungspolitische Situation vorherrscht und wie wir uns aus wirtschaftlicher und ethischer Sicht positionieren sollten. 

Prof. Dr. Hartmut Graßl beleuchtet die wirtschaftliche und politische Seite der zentralafrikanischen Staaten in einem 20 minütigen Vortrag auf einer der Hinterbühnen und wir lernen, dass Nigeria eines der Länder mit dem größten Bevölkerungswachstum in Afrika ist. Nach Jahren der Militärdiktatur an seiner Demokratisierung und der wirtschaftlichen Entwicklung arbeitet. Bisher konnte Nigeria seine reichen Erdölvorkommen aufgrund von Korruption nur sehr begrenzt wirtschaftlich nutzen. Dr. Graßl betont, dass die mittelafrikanischen Staaten im Vergleich zu Europa, China und Nordamerika nur einen geringen Anteil des globalen CO2 Ausstoßes zu verantworten haben.

Im Anschluss geht es zu bilateralen Gesprächen auf den Balkon des Theaters. Dort treffen wir uns mit den Vertreterinnen und Vertretern von Ghana, um unsere Strategien für die CO2 Einsparungen bis 2020 und 2050 beraten. Nach zwei Minuten einleitendem Smalltalk kommen wir in Verlegenheit.  

Die Delegierten von Ghana sind über unser verhaltenes Angebot zur CO2 Einsparung bis 2020 entrüstet. „Ihr habt Ölvorkommen und eine große Landwirtschaft, da solltet ihr schon was machen und als bevölkerungsstärkstes Land in der Region müsst ihr mit gutem Beispiel voran gehen.“ 

Da ist was dran! Und ich bekomme das komische Gefühl mich entschuldigen zu müssen. Nach einer kurzen Beratung mit den anderen beiden Delegierten für Nigeria korrigieren wir unsere CO2 Einsparungen bis 2020 nach oben. 

Gegen 22 Uhr 30 geben wir unsere Entscheidung ab und begeben uns für das abschließende Plädoyer zurück auf unsere Plätze. 

Noch einmal kommen die Experten zu Wort. Es folgt ein letzter Apell an die Delegierten und ein Aufruf zur Kooperation. Wie auf dem UN Klimagipfel in New York im September 2014 ergreift eine Schauspielerin das Wort und wiederholt die Rede des Schauspielers Leonardo DiCaprio, bevor die Ergebnisse verlesen werden.    

In der Simulation funktioniert es. Zumindest für die Ziele bis 2020. Die erhofften CO2 Einsparungen bis 2050 werden jedoch nicht eingehalten und wir schaffen es nicht ausreichend CO2 einzusparen, um das 2 Grad Ziel zu erreichen. 

Mit der Inszenierung schafft es Rimini Protokoll neues Interesse für das Thema zu wecken und die Komplexität der Entscheidungsprozesse in den Mittelpunkt zu rücken. Die Aufführung erlaubte einen Perspektivenwechsel und führte den Besucherinnen und Besuchern vor Augen wie unterschiedlich die Interessen der beteiligten Staaten sein können.

Die Produktion Welt-Klimakonferenz entstand unter anderen in Zusammenarbeit mit dem Max-Planck-Institut für Meteorologie, Germanwatch, Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung und dem Alfred-Wegener-Institut. 

Die nächsten Aufführungsdaten:

5.12.2014 20:00 Uhr

12.12.2014 20:00 Uhr

18.12.2014 20:00 Uhr

20.20.2014 20:00 Uhr

Weitere Informationen unter: www.schauspielhaus.de

Anmeldung für Schulen unter: www.klimakunstschule.bildungscent.de/programm/bewerbung


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