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Klimaschutz ist heute bereits eine Herausforderung. Dringend müsste eine weltweite gesellschaftliche Transformation stattfinden.

Der Klimaschutz ist jetzt bereits eine Herausforderung und die Anforderungen werden steigen. Doch noch kann die Erderwärmung begrenzt werden. Allerdings müsste nun dringend eine weltweite Kehrtwende beginnen. An den wissenschaftlichen Voraussetzungen für regionalen Klimaschutz arbeiten dafür die Forscher des Helmholtz-Verbundes Regionale Klimaänderungen - kurz REKLIM. Auf der internationalen Konferenz 2014 in Berlin tauschten sich 320 Wissenschaftlern aus 28 Ländern aus und präsentierten Vertretern aus Politik, Behörden, Verbänden, der Wirtschaft und interessierten Zuschauern Einblicke in ihre Forschungsgebiete. Wir von BildungsCent waren dabei.

Wir leben in einer globalen Welt, dennoch sind besonders regional die Auswirkungen der Klimaveränderung zu spüren. Lokale starke Unwetter können Hagelkörner größer als Golfbälle und Überschwemmungen mit sich bringen. Schmelzende Polkappen erhöhen den Meeresspiegel und könnten damit zur Gefahr für Deiche werden. Und wie kann überhaupt eine Großstadt wie Berlin auf immer häufiger werdende Dürreperioden reagieren? Das und  andere Phänomene beobachten die Wissenschaftler des REKLIM Verbundes mit Satelliten, Flugzeugen, dem Expeditionsschiff Polarfuchs und natürlich auch mit zahlreichen Mess- und Dokumentationsgeräten von Land aus.  


Die Erwärmung und der Meeresspiegelanstieg spielen in der Forschung eine zentrale Rolle. Sie sind aber räumlich und zeitlich so variabel, dass zuerst regionale Auswirkungen sichtbar werden. „Global steigt die Welttemperatur an. Alleine um ein Grad im letzten Jahrhundert. Es gibt aber keinen linearen Anstieg der regionalen Temperatur. Nur über viele Jahre lässt sich ein ansteigender Trend entdecken.“, erklärt Prof. Dr. Latif vom Helmholtz Zentrum für Ozeanforschung. Das schlimmste Berechnungsszenario des Weltklimarates der Vereinten Nationen IPCC sieht einen Temperaturanstieg von vier bis sechs Grad bis zum Ende dieses Jahrhunderts vor. Die Folgen davon wären katastrophal. Wir könnten aber im wahrsten Sinne des Wortes noch die Kurve kriegen, wenn wir die CO2 Emissionen reduzieren und unseren Energieverbrauch umstellen. Prof. Latif stellt heraus: „Das Problem ist die räumliche und zeitliche Entkopplung von Ursache und Wirkung.“ Klimaschädliches Handeln hat also meist keine direkten Auswirkungen auf den Verursacher. Dementsprechend stellt dieser seine Lebensweise nicht um.

Abb. 1: Wandel der jährlichen globalen Durchschnittstemperatur mit zwei möglichen Szenarien des Weltklimarates der Vereinten Nationen IPCC (Quelle: http://www.climatechange2013.org/images/report/WG1AR5_SPM_FINAL.pdf S.21)
Abb. 2: Wandel der Durchschnittstemperatur mit regionalen Unterschieden bei beiden Szenarien von ICPP (Quelle: http://www.climatechange2013.org/images/report/WG1AR5_SPM_FINAL.pdf S.22)

Der REKLIM Verband möchte seine wissenschaftlichen Ergebnisse der Öffentlichkeit kommunizieren, um auf die lokalen Änderungen hinzuweisen. In den letzten fünf Jahren wurden 35 Millionen Euro in dieses Projekt investiert. „Groß denken, groß handeln“ ist das Motto von Prof. Dr. Lemke, dem wissenschaftliche Koordinator von REKLIM. Er veranschaulicht die globalen Auswirkungen an einem einfachen Beispiel: „Die schmelzenden Eismassen der Arktis scheinen weit weg von uns zu sein. Aber die Luftmassen darüber brauchen lediglich zwei Tage bis nach Europa. Hier wird dann beispielsweise das Gas CO2 in die Luft gepustet.“ Wir müssen verstehen, dass unser Verhalten sich auf das Klima auswirkt. Meere versauern durch die Aufnahme von CO2, Krankheiten wie das West-Nil-Fieber können bald auch häufiger in unseren Regionen vorkommen und wenn das gesamte Grönlandeis schmelzen sollte, steigt der Meeresspiegel weltweit bis zu sieben Meter.

Auf der Konferenz wurden aber auch positive Ausblicke erläutert. Umweltaspekte kann man z.B. in der Städteplanung ganz einfach mit einbeziehen. So sind Wand- und Dachbegrünung, sowie grüne Innenhöfe in Berlin keine Ausnahmen mehr und es stellt sich jetzt heraus, dass mit dem Montreal Protokoll und dem damals erzielten Verbot von beispielsweise Fluorchlorkohlenwasserstoffen (FCKW) sich das Ozonloch wieder schließt. Das macht Hoffnung. Allerdings weisen politische Entscheidungen, wie z. B. der Brandenburgische Beschluss den Braunkohleabbau auszubauen, auch auf eine rückläufige Entwicklung. Der Dialog zwischen Wissenschaftlern, Ökonomen und Politkern wird weitergehen müssen. Wir stehen noch ziemlich am Anfang einer erforderlichen und vor allem ehrlichen Debatte. Aber es wird sich lohnen. Davon sind alle Konferenzteilnehmer und wir von BildungsCent e.V. überzeugt.

Henrik Hölzer aus dem BildungsCent-Team

 

 


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