Eindrücke der SchulCoaches®
Kleine Schule mit großen Plänen (von Simone Knippenberg wie bei Focus-Online veröffentlicht)
Eine Homepage für jede Klasse (von Jens Tanneberg wie bei Focus-Online veröffentlicht)
Klar Schiff im PC-Raum(von Sarah Klein, wie bei Focus-Online veröffentlicht)
Geschichten basteln am PC (von Silke Schuster, wie bei Focus-Online veröffentlicht)
Klickst du nur oder lernst du schon? „Schul-Coach®“ fördert Medienkompetenz in der Schule

Kleine Schule mit großen Plänen
von Simone Knippenberg
Die Grundschule in Stapelfeld am östlichen Stadtrand von Hamburg besuchen 200 Kinder aus den umliegenden ländlichen Gegenden.
Der Schulleiter Herr Neumann und die Lehrer zeigten sich begeistert von dem SchulCoach®-Programm. Die Schule ist bereits sehr aktiv in Sachen Neue Medien. Lehrer und Eltern arbeiten an einer schuleigenen Homepage und wünschen sich einen Internetanschluss für jedes Klassenzimmer. Nun können wir gemeinsam an der Homepage arbeiten, die Computer- und Internet-Kenntnisse erweitern und das bereits bestehende mediale Angebot weiter ausbauen.
In den Startlöchern fürs WWW
Die Schule verfügt bereits über eine gute Ausstattung im Bereich der neuen Medien. Lehrern und Schülern stehen ein Computerraum sowie weitere PCs in den Klassenräumen zur Verfügung. Die Technik wird im Unterricht genutzt, außerdem trifft sich jeden Dienstag die Computer AG. Die Computer in den Klassenräumen sollen alle einen Internetzugang erhalten, was derzeit am fehlenden Geld scheitert.
Wunschliste für die Lehrer
Außerdem möchte sich das Kollegium zum Thema Neue Medien fortbilden. Mittels eines Fragebogens nannten die zehn Lehrer ihre Wünsche zum Thema Medienkompetenz. Dazu gehören eine gründliche Einführung ins Internet, in die Online-Recherche, in die Verwendung des Acrobat Readers, um beispielsweise Zeugnisse schreiben zu können, oder eine Einführung in Antolin, ein Programm zur Förderung der Lesekompetenz. Nach eigener Aussage verfügen die Lehrer über rudimentäre bis sehr gute Kenntnisse und geben somit einen Querschnitt der Lehrerschaft an deutschen Schulen wieder. Anhand des Fragebogens werde ich ein Fortbildungskonzept erarbeiten und die Wünsche der Reihe nach erfüllen.
15 Minuten für die Medienkompetenz
Längerfristig ist eine Neuerung bei den monatlichen Lehrerkonferenzen geplant. Jeweils 15 Minuten werden für das Thema neue Medien reserviert. Abwechselnd bereiten die Lehrer ein kleines Thema vor und zeigen ihren Kollegen beispielsweise ein Programm oder ein Fachportal.

Eine Homepage für jede Klasse
von Jens Tanneberg
In meinen beiden Schulen in Bremen und Nordenham habe ich mich nach einer Bestandsaufnahme und der Präsentation des SchulCoach®-Projekts im Kollegium mit den Lehrern im neu eingerichteten PC-Raum umgesehen.
Die Lehrer der Bremer Schule an der Lessingstraße lernten die Arbeit mit vernetzten Rechnern und die Technik externer Geräte wie Beamer, Drucker und Fotokamera kennen, außerdem erhielten sie eine Einführung in die Bildbearbeitung.
In einem nächsten Schritt arbeiten interessierte Lehrer mit dem Homepage-Generator „Primolo“. Auf dem Schulfest am 16. Juli werden die ersten Klassen ihre Homepages im PC-Raum präsentieren. Bei der Durchführung des Projekts helfen mir zwei Lehrer und ein IT-Tutor. Bislang ist das Projekt sehr gut angelaufen, was vor allem dem Teamgeist zu verdanken ist.
Virtuelle Arbeitsumgebung für Nordenham
In meiner zweiten Schule, in der Realschule I in Nordenham, zeigte die Auswertung des Fragebogens, dass die Lehrer die Nutzung virtueller Arbeitsumgebungen optimieren möchten. Gemeinsam mit einem Projektteam aus fünf Lehrern werde ich den Lehrern die virtuelle Arbeitsumgebung lo-net und dem Kollegium die Vorteile der Internetrecherche mit der Methode „WebQuest“ vorstellen.

Klar Schiff im PC-Raum
von Sarah Klein
Mit meinem BildungsCent-Ordner unter dem Arm betrat ich guter Dinge die Maler-Becker Grundschule in Mainz – gespannt, was mich bei meinem ersten Termin erwarten würde. Im Lehrerzimmer traf ich das Projektteam junger Lehrerinnen, die mir sofort das „Du“ anboten: Saskia, Jenny, Doren und Kirsten. Alle machten einen sehr netten und interessierten Eindruck. Nachdem ich mich und das SchulCoach®-Projekt vorgestellt hatte, wurde ich durch das Schulgebäude geführt.
Datenschrott und fehlende Passwörter
Ich schaute in die Klassenzimmer und begutachtete den PC-Raum. In der Ecke stapelten sich alte Tastaturen. Einige PCs waren nur teilweise funktionsfähig, ohne CD-Rom Laufwerk oder nicht an den Drucker angeschlossen. Außerdem fehlten Passwörter und nicht mehr benötigte Dateien blockierten die Festplatten. Vorhandene Lernsoftware wird fast nicht genutzt, da auch bei den LehrerInnen Hemmungen vorhanden sind, die wenig funktionstüchtigen PCs einzusetzen.
Schritt 1: Frühjahrsputz
Bei den PCs in den Klassenräumen sah es nicht sehr viel besser aus. Schnell stand fest: Hier wird ein ordentlicher Frühlingsputz benötigt! Erst wenn wir die PCs auf Vordermann gebracht haben, wollen wir an die inhaltliche Arbeit gehen und etwa Ideen für den Medieneinsatz im Unterricht sammeln und ausarbeiten. Bis dahin gibt es nun viel zu tun: Zunächst einen Brief an alle LehrerInnen, die die PCs im PC-Raum nutzen, mit der Bitte, alle weiterhin benötigten gespeicherten Daten zu sichern – denn alles andere fällt gnadenlos unserer Aufräumaktion zum Opfer.
Schritt 2: IT-Fachmann gesucht
In einem zweiten Schritt sind wir momentan auf der Suche nach einem kompetenten PC-Fachmann mit ein paar Nachmittagsstunden Zeit, der der technischen Herausforderung gewachsen ist, die PCs aufzurüsten, zu vernetzen und vergessene Passwörter zu knacken. Doch ich bin überzeugt: Mit diesem engagierten, spritzig jungen Lehrerinnen-Team und einem noch aufzutreibenden PC-Spezialisten kann der Frühling kommen – und mit ihm unser PC-Frühlingsputz!

Geschichten basteln am PC
von Silke Schuster
Das schöne historische Gebäude der Goethe-Schule in der Mainzer Neustadt rüstet sich derzeit für eine Internet-Anbindung in jedem Klassenraum.
Bilder und Texte an den Wänden in den Fluren dokumentieren die Aktivitäten der Schüler. 310 Grundschüler können von montags bis donnerstags am Nachmittag zwischen zahlreichen Arbeitsgemeinschaften wählen, darunter auch „Fotogeschichten, Hörspiele und Videofilme selber machen“. Bei einer Hospitanz lernte ich die quirligen Teilnehmer kennen und sah, mit welcher Neugier und Spaß sie ihre Geschichten am PC präsentationsfähig umsetzten.
Lesen lernen mit Antolin
Viel mehr Kinder sollten diese Chance erhalten – und daran arbeiten wir. Die Schulleiterin und die Medienbeauftragte, die bisher das Projektteam bilden, verfolgen das Ziel, alle PCs in den Klassenräumen an das Internet anzubinden, um so den Schwerpunkt auf die Förderung der Lesekompetenz durch das webbasierte Programm Antolin zu setzen. Auf einer Lehrerkonferenz bezogen wir per Präsentation und Fragebogen das Kollegium ein und bemühten uns, unsere Motivation weiterzugeben. Auch kleine Schritte führen zum Erfolg: Eine Lehrerin möchte sich dem Projektteam anschließen. Für uns heißt es nun, nach den Osterferien mit der konkreten Projektplanung und Umsetzung zu starten.
Martin-Buber-Gesamtschule Groß-Gerau
Ein unansehnlicher Betonklotz mit Baustellen-Profil erwartete mich bei meiner ersten Ankunft in Groß-Gerau. Doch der Anbau lässt erahnen, wie die gesamte Martin-Buber-Schule (MBS) nach Ende des dritten Bauabschnitts aussehen wird: modern, hell und freundlich. Die ganze Hoffnung liegt – auch oder gerade im Bereich der PC-Nutzung – auf der Schulsanierung. Mitte Mai werden die neuen PC-Räume bezogen. Dann stehen Schülern und Lehrern insgesamt vier Räume zur Verfügung; gleichzeitig erhält jeder Schüler seinen eigenen Account.
Katrin Grüneberg, die Fachleiterin Informatik an der MBS und bislang einzige Vertreterin des „Projektteams“, hat mich vor unserem Treffen vom Bahnhof abgeholt und mir gleich bei unserem ersten Gespräch das „Du“ angeboten. Auch die Stimmung unter den Kollegen erscheint mir bisher ungezwungen und dynamisch-nett.
Stückweise und ausführlich arbeiten wir uns durch die Checklisten, die die Grundlage für das Projekt bilden. Für Katrin Grüneberg und den Schulleiter, Herrn Friedrich, haben gerade die Bestandsanalyse und der Input von außen eine besondere Bedeutung, sie sollen einer Sortierung und Neu-Orientierung dienen.
Klickst du nur oder lernst du schon?

„Schul-Coach®“ fördert Medienkompetenz in der Schule
Die Realschule I hatte sich beim Verein BildungsCent e.V. – einer Initiative von Herlitz – beworben und den Zuschlag bekommen: Für vier Monate kam Jens Tanneberg in die RS I als „SchulCoach®“. Zunächst schulte er Teile des Lehrerkollegiums im Bereich der „Neuen Medien“. Das Lehrerteam wird demnächst die Kollegen informieren und anschließend ihr Wissen an die Schüler weitergeben.
Martin Koch sitzt mit zusammengekniffenen Augen hochkonzentriert vor dem Bildschirm: Der Rechner macht nicht ganz das, was er sich gerade wünscht. Die rudimentäre Homepage will nicht geladen werden. Auch bei Jens Locker hakt es ein wenig. Einmal freundlich die Hand in die Höhe recken, mit dem Finger schnipsen und kurz darauf ist Jens Tanneberg zur Stelle und zeigt, wo der Fehler liegt. Kaum funktioniert die Page, da hellen sich die Gesichtszüge deutlich auf.
Vier Monate war der SchulCoach® Jens Tanneberg in der Schule. Demnächst müssen die Lehrer auch ohne seine Hilfe auskommen, denn der Experte für die „neuen Medien“ – also insbesondere die Computer- und Internet-Technologie – gab nur eine Starthilfe. Die eigentliche Arbeit mit den neu erworbenen oder erweiterten Kompetenzen in der Mediennutzung kommt den Lehrern zu.

Lernen mit „virtuellen Klassenräumen“
Das betrifft vor allem – neben dem Wissen um effektive Internetrecherche – den Aufbau und die Pflege so genannter „virtueller Klassenräume“. Wer Chatforen kennt und mag, wird begeistert sein: Hier warten auf die User – und das sind in diesem Falle Schüler – Chats, Foren und Privatnachrichten-Funktionen, es gibt Möglichkeiten zum Erstellen einer eigenen Homepage und zum Austausch von Dateien. Spielerei? Ganz im Gegenteil, denn hier soll gelernt werden!
Unter dem Schlagwort „Medienkompetenz“ versammeln sich Wissen und Fähigkeiten, die Schüler spätestens zum Abschluss ihrer Schullaufbahn beherrschen sollten. Dazu gehört, den Computer und das Internet fach- und sachgerecht zu nutzen – oder, wenn es sinnvoll ist, auch den PC abschalten zu lernen. E-Mails versenden, Informationsangebote bewerten, Wissen aus dem Internet ziehen und selbst Beiträge liefern: Eine ganze Menge umfasst dieser Begriff „Medienkompetenz“. Daher gibt es mittlerweile die Forderung, die entsprechenden Fähigkeiten auch in der Schule zu trainieren als so genannte „vierte Kulturtechnik“ neben dem Lesen, Schreiben und Rechnen.
Diese bisherigen Kulturtechniken sind trotzdem nicht „out“, sondern sogar Voraussetzung: Auf der Lernplattform im „virtuellen Klassenzimmer“ gibt es Texte zu lesen und Beiträge müssen geschrieben werden. Aufgaben jeder Art können von den Lehrern, die die Klassenzimmer betreuen, online gestellt werden. Es gibt damit auch die Möglichkeit, von zu Hause aus Zusatz- und Förderaufgaben herunterzuladen und zu bearbeiten.

Schüler werden individuell gefördert
Wer zu Hause keinen Computer oder kein Internet zur Verfügung hat, kann nachmittags das Internetcafé im Multimedia-Pool nutzen. Durch die verstärkte Einbindung der neuen Medien in den Unterricht sollen auch die vorhandenen technischen Ressourcen effektiv genutzt werden.
„Tatsächliche Medienkompetenz“ nennt Herr Koch die Entdeckung des Computers als Arbeitsmittel. Koch sowie seine Kolleginnen und Kollegen Frau Logemann, Herr Locker, Frau Pendarak, Frau Vogel und Frau Schachtschneider gehören zum harten Kern des neuen Expertenkreises. Sie sollen demnächst als so genannte „Multiplikatoren“ ihre Kolleginnen und Kollegen in die Nutzung der Lernplattform „lo-net“ einführen. Dafür sitzen sie nachmittags im Schulungsraum des Multimedia-Pools und bilden sich fort.
Das kostenlose Portal „lo-net“ bietet eine vorprogrammierte Arbeitsplattform. Das kommt den Lehrern entgegen: Sie können sich auf ihr „Kerngeschäft“ – die Vermittlung von Wissen und Fertigkeiten – konzentrieren und müssen nicht selbst Homepages programmieren.
Ende Juni endete Tannebergs Arbeit an der Realschule I. „Ich bin nicht nur freundlich, sondern herzlich aufgenommen worden,“ bedankte sich der SchulCoach® bei den Lehrern. Wann erstmals Schüler ins „virtuelle Klassenzimmer“ eintreten, kann Martin Koch noch nicht datieren. Sicher ist jedoch, dass in Zukunft verstärkt Wissensangebote und Arbeitsergebnisse im Internet präsentiert werden, wie es teilweise schon auf der Schulhomepage unter der Rubrik „Fächer“ geschehen ist.
