BildungsCent e.V.
    Dezember 2017

Editiorial

 
 

Ist das wirklich ein Beruf?

 

Aus den Programmen

 
 

KursWechsel - Schüler*innen machen Schule!

KlimaKunstSchule + KlimaDates – Neue Bilder für den Klimaschutz

StartGreen@School – Für mehr nachhaltige Schülerfirmen

Schule engagiert. – Agendakongress 2017: Ausgezeichnet als Netzwerk

Carrotmob macht Schule - Eisessen für einen guten Zweck

Wanderfisch - Im Jahr des Störes

WirMüssenReden! - Direkt, persönlich und Konkret

 
   

Editorial

Ist das wirklich ein Beruf?

Liebe Leser*innen!

Nachhaltigkeit hat in vielen Schulen bislang einen geringen Stellenwert – als Thema ebenso wie als Prinzip. In einem Workshop wurden Schüler*innen gefragt, warum das ihrer Meinung nach so ist.

Ihre kurze und knappe Antwort war: „Weil sich viele Lehrer*innen damit nicht so gut auskennen.“ Die Schüler*innen entwarfen daraufhin ein ausgefeiltes Fortbildungskonzept für ihre Lehrkräfte. Wir waren davon sehr beeindruckt, arbeiteten die Idee weiter aus und beantragten finanzielle Mittel, die glücklicherweise auch bewilligt wurden. So können wir die Idee nun gemeinsam mit den Schüler*innen verwirklichen. 

Bevor wir uns nach einem sehr schönen, inspirierenden und konstruktiven Treffen verabschiedeten, fragte eine Schülerin: „Ist das, was ihr da macht, wirklich ein Beruf?“

Es zeigte sich, dass es vollkommen außerhalb ihrer Vorstellung lag.

„Ja“, antworteten wir, „das ist wirklich ein Beruf. Wir glauben, dass es viele Themen gibt, die für eure Zukunft wichtig sind und die noch zu wenig Platz in den Schulen bekommen. Das kann unter anderem daran liegen, dass die Schulbildung in Fächern strukturiert ist. Viele wichtige Zukunftsthemen  zum Beispiel Klimawandel, Nachhaltigkeit, Digitalisierung, die demografische Entwicklung, Migration  passen nicht gut in diese Struktur, weil es fächerübergreifende Themen sind. Wir entwickeln daher Angebote und Programme zu diesen Themen, mit denen Schulleitungen, Lehrer*innen und Schüler*innen diese Themen in das gesamte Schulleben einbinden können.“ 

„Ah! Aber wollen die Lehrer das denn überhaupt?“

„Tja, also… inzwischen haben ungefähr 5.000 Schulen in Deutschland mit uns zusammengearbeitet. Daher glaube ich schon, dass viele es wollen. Aber es fehlt eben häufig an Zeit und an Möglichkeiten. Ihr wisst ja selbst, wie vollgepackt die Stundenpläne sind.“

„Ja, das stimmt allerdings! Und wer bezahlt das?“ 

„In der Regel läuft das so: Wir erarbeiten ein Thema, so wie wir zum Beispiel jetzt mit euch das Programm KursWechsel entwickeln. Dann fragen wir Stiftungen, Ministerien, Unternehmen oder andere Institutionen an, ob sie uns unterstützen möchten. Ganz häufig erhalten wir Absagen, aber manchmal auch Zusagen. Dann bekommen wir eine Spende oder eine Zuwendung. Die Menschen, die bei BildungsCent arbeiten, müssen ja bezahlt werden, genauso die Miete für das Büro, Computer, Telefon und so weiter… Für KursWechsel haben wir eine Zuwendung bekommen.“

„Und warum macht ihr das? Ich meine, ist das nicht eigentlich die Aufgabe von… Hm… naja… von wem eigentlich?“

„Das ist eine sehr gute Frage! Wir sind der festen Überzeugung, dass Bildung viel mehr sein muss als der klassische Schulunterricht. Ein Bildungsexperte sagte kürzlich: Die Schulen von heute bereiten euch junge Menschen auf eine Welt von gestern vor. Dazu kommt, dass sich die Welt so schnell verändert, dass wir heute gar nicht wissen können, was wir morgen brauchen. Daher versuchen wir, gemeinsam mit euch, den Schulleitungen und den Lehrer*innen neue Wege auszuprobieren. Das machen wir ja auch mit KursWechsel. Ihr unterrichtet eure Lehrer*innen zu Themen, die euch wichtig sind. Ihr zeigt ihnen, wie ihr gerne lernen möchtet. Das ist ein ganz großartiges Modell für eine Schule der Zukunft!“

Die Schüler*innen waren ziemlich stolz. Ob wir ihre Fragen zufriedenstellend beantworten konnten, wissen wir nicht. Aber vielleicht hat sich ihre Vorstellungswelt hinsichtlich Berufsbilder und Zivilgesellschaft erweitert und vielleicht sind sie ein bisschen neugieriger auf uns geworden…

Wir danken an dieser Stelle unseren Mitgliedern, Spender*innen und Unterstützer*innen, ohne die wir in 2017 unsere Programme KlimaKunstSchule, KursWechsel – Schüler*innen machen Schule, Wanderfisch – Einmal zum Meer und zurück, Schule engagiert., StartGreen@School, Carrotmob macht Schule, KlimaDates, WirMüssenReden! und Brandenburg Nachhaltig Engagiert nicht so erfolgreich hätten umsetzen können. 

Wir wünschen Ihnen schöne und erholsame Feiertage und einen guten Start ins neue Jahr!

Bleiben Sie neugierig.

Ihre Silke Ramelow mit dem Team von BildungsCent e.V.

 
   

Aus den Programmen

KursWechsel

Schüler*innen machen Schule!

Wie wollen Schüler*innen lernen? Wie würden sie ein gesellschaftlich drängendes Nachhaltigkeits-Thema in der Schule behandeln? Das zeigen sie im Modellprojekt KursWechsel – Schüler*innen machen Schule! Sie setzen das Thema Verschmutzung der Meere durch Plastikmüll aus ihrer Perspektive auf den Lehrplan ihrer Schule. Wir freuen uns, dass drei Schulen den Rollentausch zwischen Schüler*innen und Lehrer*innen mit uns wagen und auch Expert*innen das Projekt und die Schüler*innen inhaltlich unterstützen. Die Schüler*innen entwickeln in unseren Workshops selbständig eine Fortbildung für ihre Lehrer*innen und setzen diese selbst um. Highlight des Jahres ist die enge Zusammenarbeit mit den Schüler*innen. 

„Das Gespräch mit dem Wissenschaftler war toll! Wir konnten ihn alles fragen und er hat uns sogar das Du angeboten.“ (Schülerin über einen Workshop)

 
   

KlimaKunstSchule + KlimaDates

Neue Bilder für den Kimaschutz

Seit 2013 schufen die fast 5.000 teilnehmenden Schüler*innen neue Bilder für den Klimaschutz und hinterließen Spuren. Zum Abschluss des Programms KlimaKunstSchule haben wir einige Eindrücke in einem Buch festgehalten. Es enthält vielfältige Impulse zum Nachahmen und Selbst-aktiv-werden. Das Buch steht auf unserer Website zum kostenlosen Download bereit.

Wir möchten die Idee weitertragen und erneut Begegnungen von jungen Menschen und Künstler*innen ermöglichen:

Zwei Flashmobs mit dem Künstler Martin Zepter fanden im Rahmen der Veranstaltungsreihe KlimaDates in Niedersachsen statt. Jugendliche aus Soltau und Cloppenburg machten mit Straßen-Graffitis auf die Gefahr des ansteigenden Meeresspiegels für Inselstaaten wie Fidschi aufmerksam – pünktlich zum Start der 23. Weltklimakonferenz (COP23). Ein weiterer Flashmob fand direkt am Veranstaltungsort der Klimakonferenz in Bonn statt.

In dem Pilotprojekt KlimaDates laden wir gemeinsam mit der Klima- und Energieagentur Niedersachsen, der Energieagentur Heidekreis und der Stadt Cloppenburg junge Menschen zu drei Veranstaltungen ein, die über den Klimawandel informieren und den Teilnehmenden die Möglichkeit bieten, sich auszutauschen und zu vernetzen.

 
   

StartGreen@School

Für mehr nachhaltige Schülerfirmen

Was ist für die eigene berufliche Zukunft inspirierender als der Austausch mit Menschen, die ihre Arbeit aus Überzeugung und mit Sinn ausüben? Diese Gelegenheit bekommen Schüler*innen, die an StartGreen@School teilnehmen. In ihrer Schülerfirma können sie die Tipps der Pionier*innen einer nachhaltigen Wirtschaftsweise direkt anwenden. Auch Lehrkräfte kommen bei StartGreen@School nicht zu kurz: Nächstes Jahr gibt es weitere Fortbildungen für die Arbeit mit nachhaltigen Schülerfirmen (z.B. in NRW, RLP und Bremen). Highlight des ersten Jahres von StartGreen@School war die Verleihung des StartGreen@School Award, mit dem erstmals besonders umweltfreundliche und faire Schülerfirmen ausgezeichnet wurden. Der Preis wird auch 2018 wieder ausgeschrieben!

„Mit einer nachhaltigen Schülerfirma können wir unsere eigenen Ideen umsetzen und lernen Sachen, die wir für unsere Zukunft gut brauchen können.“ (Teilnehmender Schüler)

 
   

Schule engagiert

Agendakongress 2017: Ausgezeichnet als Netzwerk

Die Jury war sich einig: Das Schule engagiert.- Netzwerk leistet herausragende Arbeit zur strukturellen Verankerung von Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) in Deutschland. Bereits zum zweiten Mal wurde das Netzwerk von BildungsCent im Rahmen des UNESCO-Weltaktionsprogramms Bildung für nachhaltige Entwicklung ausgezeichnet. Die feierliche Übergabe der Urkunde fand mit den 28 anderen Gewinner*innen am 27. November in Berlin statt: Wir sind sehr stolz!

„(Meine Vision) einer engagierten Schule: (Sie) sollte sich nicht rein auf die Erfüllung des Lehrplans konzentrieren, sondern vielmehr den Schüler*innen die Möglichkeit geben, vieles auszutesten, praktisch und eigenständig zu arbeiten und aus den gemachten Fehlern zu lernen.“ (Teilnehmende Lehrerin des Engagiert-Netzwerks)

 
   

Carrotmob macht Schule

Eisessen für einen guten Zweck

Sieben Achtklässler*innen der Ernst-Göbel-Gesamtschule in Höchst im Odenwald organisierten einen Carrotmob-Aktionstag in ihrem Lieblings-Eiscafé. Die Idee dahinter: Möglichst viele Kund*innen anlocken, um dem Café mehr Umsatz zu bescheren. Mit den Betreiber*innen der Eisdiele war verabredet, das Café von einem Energieberater überprüfen zu lassen. Ein Teil des zusätzlichen Umsatzes wird in energieeffiziente Maßnahmen investiert. Hört selbst, wie eine kleine Gruppe von Schüler*innen einen großen Carrotmob-Aktionstag startet! 

„Schule ist ja auch nicht nur: ´Für die Schule lernen`– und bei so einer Planung lernt man ja auch was für‘s Leben!“ (Teilnehmende Lehrerin)

 
   

Wanderfisch – Einmal zum Meer und zurück: Auf Wanderschaft mit Stör, Lachs und Co.

Im Jahr des Störes

2017 war ein wildes Jahr für den in Deutschland bedrohten Stör. Mit dem Projekt Wanderfisch setzten wir uns gemeinsam mit unserem Projektpartner, dem Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei, das Ziel, mehr Aufmerksamkeit für den Schutz unserer Gewässer und den bedrohten Stör zu schaffen. Ende 2016 gestartet, arbeiten nun mehr als 140 Schulen bundesweit mit den Bildungsmaterialien von Wanderfisch. An zwölf Standorten konnte die Wanderfisch-Wanderausstellung bereits besucht werden. Highlight für alle waren jedoch die sieben Besatzaktionen an den Ufern der Elbe und Oder mit den Teilnehmerschulen. Insgesamt wurden 600 Störpatenschaften von Schüler*innen übernommen.

„Wir durften sie sogar anfassen. Manche schwammen weg, andere schienen unsere Streicheleinheiten sogar zu genießen. Sie fühlten sich ganz glatt und überhaupt nicht glitschig an. […] Jeder von uns durfte 4 Störe in den Strom einsetzen und ihnen eine gute Reise in die Ostsee wünschen. Wir haben ihnen sogar Namen gegeben. Meine hießen: Meggie, Frodo, Arrietty und Salazar … nach meinen Lieblingsbücherhelden.“ (Schülerin berichtet auf der Schulwebsite)

 
   

WirMüssenReden! – Generationen im Gespräch!

Direkt, persönlich und konkret

Was verbindet uns? Was trennt uns? Welche Form des Miteinanders stellen wir uns für die Zukunft vor? Wie lassen sich Fragen von Gerechtigkeit und Teilhabe fair und einvernehmlich lösen in einer Gesellschaft, die immer stärker vom demografischen Wandel geprägt ist? Das sind zentrale Fragen, die wir uns im Kooperationsprojekt WirMüssenReden! mit der Bundeszentrale für politische Bildung und labconcepts stellen. Antworten haben wir in einem verbindenden Dialog zwischen den Generationen bei unserer Pilotveranstaltung am 2. September im Katholisch-Sozialen Institut in Siegburg gemeinsam mit rund 60 Teilnehmenden gesucht. Nach einem spannenden, diskussionsreichen und inspirierenden Tag waren sich alle einig: Wir brauchen mehr Möglichkeiten der Begegnung wie dieser, in denen die Generationen sich kennenlernen, Verständnis füreinander entsteht und gemeinsames Lernen und Gestalten ermöglicht wird – fernab der eigenen Filterblasen. Lesen Sie mehr zur Veranstaltung im Rückblick

„Vielleicht war nicht alles neu für mich, aber es persönlich zu hören, dem/der Anderen in die Augen zu schauen, ist etwas anderes. Hören wir Älteren der jüngeren Generation genug zu? Halten wir sie für kompetent?“ (Teilnehmerin der Generation 60plus)

 
   

Impressum

Über BildungsCent e.V.

Der gemeinnützige Verein BildungsCent e.V. setzt sich mit seinen unterschiedlichen Programmen seit 2003 für die Förderung einer nachhaltigen Lehr- und Lernkultur ein.

Verantwortlich für den Inhalt der Website und der Ausschreibung:

BildungsCent e.V. * Oranienstraße 183 * D-10999 Berlin
Tel.: +49 30 610 8144 80 * Fax: +49 30 610 8144 50 * E-Mail:
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Vorstand

Silke Ramelow (Vorsitz), David Diallo (Stellvertr.), Dr. Christina Masuch Vereinsregister VR 22596 Nz

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