Mitwirkung in Sicht
Hintergrund
Zentrale Erkenntnisse demokratiepädagogischer Forschung zum Thema Partizipation und Schulentwicklung stellen heraus, dass Beteiligung und Mitwirkung wichtige Kompetenzfelder sind, die bislang im Kontext Schule noch wenig Beachtung finden. Die Stärkung beteiligungsorientierter Lern- und Erfahrungsräume gehört derzeit erst ansatzweise zum Selbstverständnis des schulischen Arbeitens.
In der Mitwirkung liegt die Chance, dass Schülerinnen und Schüler die positive Erfahrung machen, wertgeschätzt zu werden, Anteil nehmen zu können, darüber soziale Kompetenz ausbilden und eine optimistische Einschätzung zu ihrer eigenen Leistungsfähigkeit gewinnen. Die Förderung von Sozialverhalten hat in diesem Zusammenhang eine wichtige Funktion zum Aufbau eines guten Schulklimas. Wenn Schülerinnen und Schüler die Schule als Ort erfahren, an dem Verantwortungsübernahme gefördert wird und weltoffen, fehlertolerant, respektvoll wie gerecht miteinander umgegangen wird, eröffnen sich besondere Chancen für die Entwicklung von Engagement und Gemeinsinn. Schule bietet damit hervorragende Rahmenbedingungen, um individuelle Lernprozesse mit zivilgesellschaftlichen Handlungsorientierungen zu verknüpfen.
Gelingt es, durch eine konzeptionelle Verankerung partizipatorischer Prinzipien im Selbstverständnis der Schule eine Kultur der Anerkennung zu schaffen, entsteht für die Schülerschaft eine Motivation zur Teilhabe aus dem Spaß an Gestaltungsmöglichkeiten und dem Gefühl, ernst genommen – wertgeschätzt - zu werden. Inzwischen gibt es eine Reihe guter Beispiele für diese Entwicklung. In zunehmendem Maß wird die gelungene schulische Lernumgebung zu einem Qualitätsmerkmal für gute Schulen.
Das Programm von BildungsCent e.V. und Save the Children

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Vor diesem Hintergrund wird der BildungsCent e.V. gemeinsam mit der international wirkenden Kinderrechtsorganisation Save the Children auch im Schuljahr 2009/2010 ein SchulCoach Programm in Grundschulen starten.
Ziel dieser gemeinsamen Initiative ist, die Unterstützung einer Partizipationskultur in Schulen durch erfahrbare Aktivitäten der Kooperation und des gemeinsamen Engagements von Schülern, Lehrern und Eltern. Wichtige Voraussetzung dafür ist eine offene Haltung im Kollegium, die Beteiligungsformen und Kinderrechte unterstützt. Durch konkrete Hilfen zur Entwicklung mitwirkungsfreundlicher Strukturen in Grundschulen werden soziale Kompetenzen gestärkt und ein positives Schulklima unterstützt.
Grundschulen sind in diesem Kontext wichtigster Ort für eine pädagogische Intervention, da sie in Deutschland den zentralen schulischen Raum für Lernen in heterogenen Gruppen darstellen und die Möglichkeiten eines frühen Förderns sozialer Kompetenzen bieten. Mit dem Programm möchten Save the Children und BildungsCent e.V. dazu beitragen, dass bereits gewonnene Erfahrungen und gelungene Beispiele von Partizipation in Schulen zur Stärkung von Kinderrechten weiter getragen werden. Das Programm will die Vielfalt an Wegen sichtbar machen und die Lehrerschaft für eine Schule des Miteinanders motivieren.
Aufgabe des Programmes ist es, gemeinsam mit der jeweiligen Schule herauszuarbeiten, welche strukturelle Unterstützung Lehrerinnen und Lehrer brauchen, um die Potentiale des Mitwirkungsinteresses optimal zu entfalten. Welche Schritte sind nötig, um ein gelungenes Schulklima zu entwickeln, in dem Schülerinnen und Schüler gerne soziale Verantwortung übernehmen, weil sie ihre eigene Selbstwirksamkeit erfahren. Wie kann dies geschehen?
Vorgehensweise und Inhalte
Das SchulCoach- Programm basiert auf der Arbeitsweise, dass der SchulCoach einmal in der Woche einen Tag in die Schule kommt. Über einen Zeitraum von ca. 4 Monaten erarbeitet der Schulcoach einen Aktionsplan unter Einbindung der Erfahrungen der unterschiedlichen Funktionsgruppen (Schulleitung, Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler, Eltern, Externe). Dort werden die Möglichkeiten und Interessen der Schule und ihre besonderen Herausforderungen besprochen, um gemeinsam im Kollegium unter einer Vielzahl von möglichen Maßnahmen eine eigene Strategie im Umgang mit dem Thema zu entwickeln.
Der SchulCoach unterstützt in diesem thematischen Kontext die Schule durch Impulse wie z.B. durch eine Checkliste hinsichtlich der bisherigen partizipatorischen Arbeit (was macht die Schule bereits, was könnte verbessert werden), durch Konkretisierung und Festlegung von Themen bzw. durch Ausarbeitung von Maßnahmen, durch Begleitung der Akteure bei der Umsetzung konkreter Partizipationsvorhaben, durch die Einbindung von Eltern u.a. Funktionsgruppen, durch Know-how Vermittlung in Bereichen bestehender Unterstützungsangebote für Schulen, Netzwerkarbeit und Projektmanagement.
Die ergriffenen Maßnahmen der Schule zur Beteiligung / Partizipation können auf der Verhaltensebene (Kommunikation in der Klasse) wie auf der Strukturebene (Lernräume gestalten) liegen. Eingebunden werden möglichst alle Personengruppen, die im System Schule agieren sowie externe Partner wenn gewünscht.
Voraussetzung ist die Bereitschaft sich als Kollegium oder Kollegiumsgruppe auf die Thematik einzulassen und aktiv mitzuarbeiten. Der Schule entstehen durch die Beteiligung am Programm keine Kosten.
Bei Fragen und weiteren Auskünften zum Programm melden Sie sich bitte entweder telefonisch unter 030 - 4393 3030 oder senden Sie eine Email an mis(at)bildungscent.de .
