Die Idee des Programms
"Medienkompetenz wird zur Schlüsselqualifikation auf dem Weg in die Informationsgesellschaft. Im gesamten Bildungswesen ist Bereitschaft zum Umdenken gefordert."
(Bertelsmann Stiftung)
Medienkompetenz ist heute in aller Munde. Im Zeitalter der Globalisierung spielt in Informationsgesellschaften der Umgang mit Medien eine immer größere Rolle. Die Bedeutung von Internet-, Computer- und Medienkompetenz wird in der Berufs- und Arbeitswelt stetig wachsen. Schülerinnen und Schüler sollten schon frühzeitig im kritischen Umgang mit Medien geschult werden. Es wird in Zukunft notwendig sein, Medien bereits im Schulunterricht kennenzulernen und mit ihnen zu arbeiten. Dank der neuen Möglichkeiten und Risiken des Internets, genießen vor allem die neuen Medien im Hinblick auf die Vermittlung von Medienkompetenz große Aufmerksamkeit.
Gemeinsam mit der CinemaxX AG hat der BildungsCent e.V. im Jahr 2004 das Programm Learning by Viewing entwickelt. Im Dezember 2007 erweiterte sich das Projekt durch die Unterstützung der CineStar-Gruppe. Mit unserem Programm konzentrieren wir uns ganz bewusst auf das Medium "Film". In einer stark visualisierten Welt gehört das Verstehen von Bildern zu einer der wichtigsten Kulturtechniken. Filme dienen zwar auch der Unterhaltung, gleichzeitig kann man sie aber als Fenster zur Welt betrachten, sie liefern nicht nur jugendlichen Rezipienten Vorbilder, vermitteln Werte und Anschauungen. Bewegte Bilder sind allgegenwärtig - nicht aber die Auseinandersetzung damit. In einer von Bildern dominierten Gegenwart muss eine Auseinandersetzung mit der Entstehungsgeschichte, den Wirkungsweisen und Methoden medialer und filmischer Bilder stattfinden. Dadurch wird nicht nur ein verbesserter Umgang mit dem Medium "Film" erzielt, sondern auch wesentliche Kompetenzen im Umgang mit modernen Kommunikationsmitteln gefördert.
Im Jahr 2003 veranstalteten die Bundeszentrale für politische Bildung und die Filmförderungsanstalt (FFA) den Kongress "Kino macht Schule". Dabei wurde die Forderung formuliert, die Kompetenz im Umgang mit dem Medium "Film" zum selbstverständlichen Bestandteil der Lehre zu machen. Zum Abschluss des Kongresses formulierten die Teilnehmer eine Filmkompetenz-Erklärung. Zur Unterstützung ihrer eigenen Forderung hat die Bundeszentrale für politische Bildung einen Filmkanon entwickelt, der insgesamt 35 Filme enthält. Zu diesen Filmen stellt die Bundeszentrale für politische Bildung interessierten Lehrerinnen und Lehrern ausführliche Unterrichtsmaterialien zur Verfügung.
Mit unserem Programm Learning by Viewing möchten wir das Medium "Film" verstärkt in den Unterricht integrieren. Wir unterstützen Pädagoginnen und Pädagogen dabei, Schülerinnen und Schülern einen bewussteren Umgang mit Film zu vermitteln. Der BildungsCent e.V., die CinemaxX AG und die CineStar-Gruppe laden regelmäßig zu kostenfreien Lehrervorführungen ein. Dazu werden Informationsmaterialien vorbereitet, die speziell auf die ausgewählten Filme zugeschnitten sind. So möchten wir Anregungen zur Behandlung im Unterricht schaffen. Ziel ist es, die Schülerinnen und Schüler zu einem offenen, aber auch nachfragenden Sehen zu motivieren, um ein besseres Verständnis des Mediums Film zu erreichen. In einer Zeit, in der viele Kinder und Jugendliche ihre Freizeit vor dem heimischen PC oder Fernseher verbringen, möchten wir zudem den Erlebnis- und Lernort "Kino" wieder beleben.
Die Informationsmaterialien stehen sowohl im Internet zum Download als auch bei den jeweiligen Filmvorführungen im Kino bereit. Die Filmhefte zu den bisher gezeigten Filmen sind auch weiterhin auf unseren Seiten verfügbar.
Bei der Auswahl der Filme achten wir vor allem auf die Aktualität der Filme und auf deren Relevanz für den Unterricht. Im Sinne der Cultural Studies möchten wir uns ganz bewusst nicht nur auf solche Filme beschränken, deren pädagogische Relevanz bereits auf den ersten Blick erkennbar ist. Vielmehr möchten wir auch in populären Produktionen pädagogische Inhalte herausarbeiten.
Statement
Die Kulturstaatsministerin Christina Weiss zur Bedeutung der Filmerziehung in der Film-Zeitschrift CINEMA:
„Das 20. Jahrhundert war das Jahrhundert des Kinofilms. Alles spricht dafür, dass der Film und die audiovisuellen Medien als Kinder des Kinofilms auch das 21. Jahrhundert dominieren werden.
Die heutige Jugendgeneration ist durch Kino, Video und Internet geprägt wie keine vor ihr. Um die enorme Bilderflut verarbeiten zu können, benötigen die Jugendlichen auch ein intellektuelles Handwerkszeug, das in den Schulen heute noch nicht ausreichend vermittelt wird.
Filmkompetenz, die ich als Teil einer übergreifenden Medienkompetenz verstehe, muss unmittelbar beim Film ansetzen, bei den alltäglichen, standardisierten Bildern. Nur wer weiß, wie die alltäglich scheinenden Bilder produziert werden, kann abwägen und die notwendige Distanz entwickeln. Filmerziehung muss dazu beitragen, Inhalt, Logik und Technik der medialen Inszenierung zu verstehen. In diesem Sinne ist Filmerziehung eine Herausforderung, die sich gleichermaßen an Kultur- und Bildungspolitik richtet.
(...)
In einigen Staaten Europas ist die Filmerziehung bereits fester Bestandteil des nationalen Bildungssystems. Ich setze mich dafür ein, in Deutschland und in Europa den Status des Films als Kulturgut zu stärken. Wir sollten endlich in den Schulen damit beginnen!“
März 2003
Quelle: Homepage der Bundesregierung
Interview mit Christina Weiss zur Gründung der Filmkompetenzagentur
