Hintergrund
Seit dem Bericht des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) zur Klimaveränderung beherrscht das Thema Klimawandel und Erderwärmung die Schlagzeilen. Unbestritten ist, dass der Mensch durch den nachlässigen Umgang mit Ressourcen wie die Verbrennung fossiler Brennstoffe und der Abholzung von Wäldern zur Erwärmung und Erhöhung der CO2-Konzentration in der Atmosphäre beiträgt. Klimawandel und Klimaschutz sind jedoch nicht nur ein Thema für Gipfeltreffen und Medien, sondern auch für die Schule. Schülerinnen und Schülern sollten möglichst früh für den Klimaschutz sensibilisiert werden. Zum einen durch Wissensvermittlung, gleichzeitig aber auch durch das Aufzeigen von Handlungsoptionen, wie jeder einzelne verantwortungsbewusst mit knappen Ressourcen umgehen kann und aktiv zum Klimaschutz beitragen kann. Der BildungeCent e.V. bot in diesem Programm Schulen in Zusammenarbeit mit seinen Partnern an, sie bei der Einbindung des Themas Klimaschutz in den Schulalltag zu unterstützen. Den Auftakt bildete die BildungsMatinée mit dem Al-Gore-Film „Eine unbequeme Wahrheit“ unter Schirmherrschaft des Bundesumweltministeriums Sigmar Gabriel. Parallel dazu stellten 32 Klassen bundesweit im KlimaQuiz von BildungsCent e.V. und WWF ihr Wissen zum Thema Klimawandel und Klimaschutz unter Beweis.
Mitmachen ist angesagt
Der Klimawandel kann nur gemeinsam aufgehalten werden. Aber jeder Wandel setzt eine Bewusstseins- und Verhaltensänderung voraus, die - um wirklich nachhaltig zu sein - schon bei den Kindern und Jugendlichen ansetzen muss. Wie der Begriff Web 2.0 eine neue Qualität des Internets bezeichnet, steht Klima 2.0 für eine neue Generation des interaktiven und partizipativen Engagements. Zentrale Aufgabe des Programms war es, jeden Einzelnen zum verantwortlichen Handeln zu motivieren. Gerade Jugendliche zeigen gegenüber dem Thema Umwelt- und Klimaschutz eine hohe Affinität, erhalten jedoch in der Institution Schule viel zu wenig Gelegenheit, gestalterisch tätig zu werden.
Das neue Programm von Herlitz und BildungsCent e.V.
Hier setzt das Programm Klima 2.0 an, das im Herbst 2007 unter der Schirmherrschaft des Umweltministers Sigmar Gabriel startet . Den teilnehmenden Schulen wird eine Fachkraft aus dem Energie- und Umweltbereich zur Verfügung gestellt. Dieser KlimaCoach regt gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern Prozesse an, um die Schule beispielhaft umwelt- und vor allem klimafreundlicher zu gestalten. Ziel ist es, die Schülerinnen und Schüler so für das Thema zu sensibilisieren, dass sie auch außerhalb der Schule als Klimaschutz-Multiplikatoren wirken. Hierbei legt der BildungsCent e.V. großen Wert darauf, dass die angegangenen Projekte nachhaltig in die Entwicklung der jeweiligen Schulprogramme verankert werden.
Wie funktionierte Klima 2.0?
Das Programm Klima 2.0. richtete sich an die Klassenstufen 8 und 9 der weiterführenden Schulen. Eine von Schulleitung und Kollegium unterstützte Arbeitsgruppe von Schülerinnen und Schülern wurde vom SchulCoach bzw. durch spezielle Schulungsangebote zu Klimaschützern ausgebildet. SchulCoaches sind pädagogisch qualifizierte Fachkräfte mit Schwerpunkten im Klima-, Umwelt- oder Energiebereich, die die Schulen als Berater und Impulsgeber unterstützen. Die Schulen nutzten die Teilnahme am Programm und den Einsatz des SchulCoaches, um ein bestimmtes qualitätsverbesserndes Projekt in der Schule umzusetzen und in den Schulalltag zu integrieren. Dafür stellte der BildungsCent e.V. der Schule für vier Monate einen SchulCoach kostenfrei zur Verfügung. Der SchulCoach recherchierte, auf welche bereits bestehenden Angebote auf lokaler Ebene seine Schule zurückgreifen könne, baute Kontakte auf und entwickelte ein Portfolio an Vorschlägen. Auf Basis der Ist-Situation an der Schule wurde ein klares Projektziel formuliert. (Die Schülerinnen und Schüler erarbeiteten beispielsweise den derzeitigen CO2-Verbrauch der Schule und bemühten sich, alle Beteiligten zu informieren und zu motivieren, den CO2-Verbrauch der Schule um einen noch festzulegenden Prozentsatz zu senken.) Die Entscheidung für die umzusetzenden Projekte trafen Schüler und Lehrer. Der SchulCoach bereitete gemeinsam mit den beteiligten Schülerinnen und Schülern die Umsetzung des gewählten Projektziels vor und stellte die nachhaltige Implementierung im Schulalltag sicher. Er förderte das Verantwortungsbewusstsein der Projektgruppe und unterstützte sie in vielfältiger Weise, durch Know-how, Projektmanagement, Kontakte, Medienkompetenz (webbasiert), Organisation. Darüber hinaus baute er gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern Know-how über neue Ausbildungsmöglichkeiten und Studiengänge in der wachsenden Branche der Umwelttechnologien auf. Aufgabe der Projektgruppe war, unterstützt vom SchulCoach, die Schule und das schulische Umfeld zu einer klimafreundlichen Community zu entwickeln und mehr und mehr Mitstreiter zu gewinnen. Für eine erfolgreiche Umsetzung des Projekts war es wichtig, dass die Schule dem SchulCoach ein Projektteam von verantwortlichen LehrerInnen (ggf. auch Eltern oder Schülern) zur Verfügung stellte, das mit ihm zusammen arbeitet. In der Regel stand der SchulCoach der Schule etwa einmal in der Woche zur Verfügung.


